Eine Fotografie ist ein Geheimnis über ein Geheimnis. Je mehr es dir erzählt, umso weniger weißt du.

— Diane Arbus

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Schwarzweiß digital nur eine Bastelstube? Warum eigentlich?

Eingetragen von
hp5
(Liebhaber)
am 2. Februar 2008 - 12:13

Einer muß mal dieses Forum deflorieren!
Bei aller digitalen Euphorie ist die Unzufriedenheit mit SW allgemeiner Konsenz. Muß das so sein? Es geht mir dabei um den soliden, bezahlbaren Standard ohne aufwendige Verkünstelungen nach persönlichem Geschmack. Kreationen auf Hahnemühle-Fineart von Spezial-SW-Labors sind also hier nicht gefragt, ebenso nicht High-Dynamic-Range-Image. Wir wollen ja Fotografen bleiben und keine Software-Ingenieure werden.

Eigentlich müßten sogar die digitalen Ergebnisse aus dem Großlabor zufriedenstellender sein. Das analoge Negativ wurde von der Belichtungsmaschine automatisch ausgemessen und das Papier internen Algorithmen gemäß belichtet, häufig anders als der Fotograf das wollte. Es gibt ja keine Zahlen im analogen Negativ. Diese Vor-Analyse gibt es in der digitalen Welt nicht mehr. Es gibt nur Zahlen in den Pixeln, die schlicht 1 zu 1 umgesetzt werden müssen. Auch als JPEG kann ein Pixel eine von 256 Graustufen beinhalten. Das sollte reichen.

Heutige Sensoren verkraften einen Belichtungsumfang von etwa 9 Blendenstufen wie der Film. Kunststoffbeschichtete Papiere (PE), die mit Barytpapieren mithalten konnten, gab es in der Dunkelkammerzeit auch. Die Gradation wird digital eben mit der Software „gezoomt“ um das Motiv auf den Kontrast des Papiers (1:50 bei hochglanz) zu trimmen. Daß dabei der Bildschirm mit einem möglichen Kontrast von 1:800 nicht das ideale Instrument ist, wird in den vielen Büchern über „Schwarzweiß digital“ verschwiegen. Letztendlich muß doch probiert werden. In keinem Buch fehlt der Kanalmixer, mit dem mächtig „gefiltert“ wird. Bekanntlich wurden aber beim analogen SW-Fotografieren Filter vorwiegend bei Landschaftsmotiven eingesetzt. Was soll dieser Aktionismus am PC? Auch bei den Pixeln gibt es eine überflüssige Inflation. Drucker, im Großlabor oder am PC, bringen bei max. 300 Informationspunkten pro Zoll ihre besten Ergebnisse, mehr Pixel werden entsorgt.

Es gäbe eine Make-up-Sucht, zitiert heute die F.A.Z einen Starfotografen. Die meisten Fotos seien heute nachbearbeitet. Was sagt also die aktuelle SW-Praxis, außerhalb von Fineart-Labors? Gibt es da akzeptable Wege ohne diese Bastelei?

Gute Frage! Interessiert mich auch!

Bild von Max Rheub
Eingetragen von
Max Rheub
(Inventar)
am Samstag, 02. Februar 2008 - 12:18

Für mich gibts da für den Privatgebrauch viele Fragen, die mir noch niemand wirklich beantworten konnte:

- digitale Kameras: taugen die SW-Modi etwas oder sollte man besser Farbig aufnehmen und danach in SW umsetzen?

- analoge Kameras: Welche Scanner? Welche Filme? Habe gehört, daß klassischer SW-film (ja, der mit dem echten Korn) völlig unbrauchbare Scans ergibt, sofern der Scanner mit Kratzerkorrektur arbeitet. Bliebe ggf. XP2 o.ä.; welches Labor liefert denn bei XP2-Entwicklung gut aufgelöste Scans auf PhotoCD o.ä. mit - das wäre vielleicht der bequemste und billigste Weg?

- Tips für SW-Workflow mit Software

- Drucker & Papier für den Heimgebrauch.

Ich spiele immer mal wieder mit dem Gedanken, aber da mir bisher noch niemand einen funktionierenden und effizienten SW-Workflow gezeigt hat, scheue ich ehrlich gesagt die Investition, weil ich nicht mehr die Zeit habe, mein eigenes Versuchskaninchen zu sein. Wenn ich sehe, wie schnell ich in meinem Labor (während des Studiums hatte ich viel Zeit, Versuchskaninchen zu spielen ...) von einem guten Negativ einen guten Abzug (nicht "FineArt" auf Baryt, aber durchaus vernünftig auf PE-Papier) bekomme, dann grausts mir eigentlich vor der Einarbeitungszeit, um das in ähnlicher Qualität und ähnlichem Zeitaufwand digital hinzubekommen.

SW-Workflow

Eingetragen von
Gast
am Montag, 04. Februar 2008 - 18:11
Max Rheub schrieb:

Für mich gibts da für den Privatgebrauch viele Fragen, die mir noch niemand wirklich beantworten konnte:
...
Ich spiele immer mal wieder mit dem Gedanken, aber da mir bisher noch niemand einen funktionierenden und effizienten SW-Workflow gezeigt hat, scheue ich ehrlich gesagt die Investition, weil ich nicht mehr die Zeit habe, mein eigenes Versuchskaninchen zu sein. Wenn ich sehe, wie schnell ich in meinem Labor (während des Studiums hatte ich viel Zeit, Versuchskaninchen zu spielen ...) von einem guten Negativ einen guten Abzug (nicht "FineArt" auf Baryt, aber durchaus vernünftig auf PE-Papier) bekomme, dann grausts mir eigentlich vor der Einarbeitungszeit, um das in ähnlicher Qualität und ähnlichem Zeitaufwand digital hinzubekommen.

Guten Tag Herr Rheub,

ein Vorschlag:
man kann mit Adobe-Lightroom den größten Teil an SW-Workflow machen.
Das funktioniert zügig und zuverlässig. Danach noch ein wenig nachschärfen und feintuning in Photoshop mit Masken.
Beispiele, was in Schwarz-Weiß (digital aufgenommen) möglich ist, finden Sie z.B. im Portfolio des Fotografen Konrad Mattes unter folgendem link:

http://www.fotogemeinschaft.de/v/fotografen/Konrad-Mattes/

Vielleicht hilft Ihnen das weiter?

Danke! werds mir anschauen.

Bild von Max Rheub
Eingetragen von
Max Rheub
(Inventar)
am Dienstag, 05. Februar 2008 - 11:33

M.R.

S/W Digital

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 15. Februar 2008 - 16:39
Gast schrieb:

Guten Tag Herr Rheub,

ein Vorschlag:
man kann mit Adobe-Lightroom den größten Teil an SW-Workflow machen.
Das funktioniert zügig und zuverlässig. Danach noch ein wenig nachschärfen und feintuning in Photoshop mit Masken.
Beispiele, was in Schwarz-Weiß (digital aufgenommen) möglich ist, finden Sie z.B. im Portfolio des Fotografen Konrad Mattes unter folgendem link:

http://www.fotogemeinschaft.de/v/fotografen/Konrad-Mattes/

Vielleicht hilft Ihnen das weiter?

ich kann diesen Hinweis aus eigener Erfahrung nur unterstreichen. Nach S/W plugins für photoshop finde ich mit LR (Lightroom)erheblich mehr Freiräume UND alle Änderungen in LR kann man wieder rückgängig machen!!

ein Beispiel:
es soll eine bestimmte Farbe (d.h. entprechnder Grauton)besonders hervorgehoben/abgeschwächt werden: da das Bild immer ein RGB Bild bleibt, den entsprechenden Farbregler in dem S/W Bild verschieben.

Ausprobieren, es lohnt sich!!

Drucke mache ich mit dem Epson 3800 Photo auf Hahnemühle Fineart PhotoRag Pearl 320g bis A2 - ein Traum. Nie wieder Labor und Chemie, die analog-Zeit kommt mir vor wie Fotografieren mit Handschellen :-)

ein Beispiel von mir:
http://i.pbase.com/g6/79/698679/2/85503083.gj7JpTpa.jpg

weitere hier (bis auf die quadratischen 6x6 alles digital)
http://www.pbase.com/dierk/black_and_white

und hier:
http://www.lapalmagaleria.info/dierk/matrix.php3?basis=las_tricias_sw&la...

nicht lesen oder forum schreiben, .... machen!! :-))

viele Grüsse
dierk

erster Link geht nicht

Eingetragen von
mts
(Stammgast)
am Freitag, 15. Februar 2008 - 17:09

Leider tut es der erste Link nicht.

Gast schrieb:

nicht lesen oder forum schreiben, .... machen!! :-))

Unter anderem deshalb gibt es ja dieses Forum: Damit das „Machen“ leichter fällt.

S/W digital ist einfacher als je zuvor

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 15. Februar 2008 - 21:04

schade, bei meinem Test ging der link, kam aber wohl aus dem cache.

Jetzt ein Versuch, das Bild direkt einzubinden:
(Nikon D200, 17-55/2.8, f11, ISO400)
Agave

weiter zu S/W Digital:
hier ein link zu outbackphoto (in englisch, aber auch deutsches forum)
http://www.outbackphoto.com/artof_b_w/index.html

und ein plugin für PS (englisch)
http://powerretouche.com/Black-white_plugin_introduction.htm

Zitat:

nicht lesen oder forum schreiben, .... machen!! :-))

war nicht als Kritik gedacht sondern sollte Mut machen, es einfach mal zu probieren :-))

Viele Grüsse
dierk

Max Rheub schrieb: Für

Bild von gromit
Eingetragen von
gromit
(Liebhaber)
am Dienstag, 26. Februar 2008 - 15:40
Max Rheub schrieb:

Für mich gibts da für den Privatgebrauch viele Fragen, die mir noch niemand wirklich beantworten konnte:

- digitale Kameras: taugen die SW-Modi etwas oder sollte man besser Farbig aufnehmen und danach in SW umsetzen?

Meist ja, Ausnahme sind die Fuji-DSLRs, zumindest hat sich der sw-Modus der S5pro mit Dynamik auf 400% als durchaus gefällig erwiesen. Das Beste holt man aber immer noch bei farbiger Aufnahme und nachträglicher Bearbeitung raus.

Zitat:

- analoge Kameras: Welche Scanner? Welche Filme? Habe gehört, daß klassischer SW-film (ja, der mit dem echten Korn) völlig unbrauchbare Scans ergibt, sofern der Scanner mit Kratzerkorrektur arbeitet. Bliebe ggf. XP2 o.ä.; welches Labor liefert denn bei XP2-Entwicklung gut aufgelöste Scans auf PhotoCD o.ä. mit - das wäre vielleicht der bequemste und billigste Weg?

taugliche Scanner gibt es Einige, allerdding sollten diese keine LEDs als Lichtquelle haben, damit scheiden die preisgünstig zu habenden älteren Nikons aus (es sei denn man bastelt einen Diffusor dazwischen, dazu gibt es Anleitungen im Netz). Ein alter Epson mit Durchlicht liefert schon gute Ergebnisse, der große V750 ist da ideal, aber auch teuer. Wer vor SCSI keine Angst hat (und eine Steckkarte einbauen kann, Adapter machen nix als Ärger) kann einen alten Polaroid SprintScan 35plus nehmen, oder auch einen Minolta ScanDual II, beide kommen mit sw recht gut klar, wobei der alte Filmhalter des Minolta etwas fummelig ist. Leider gibts für den alten Minolta keine Silverfast-version, Vuescan geht aber (die Originalsoftware tritt man besser in die Tonne, die taugt keinen Schuß Pulver).

Digital ICE oder FARE (Canon) erkennt das Filkorn als Kratzer und möchte das bügeln, daher sollte man diese hardwarebasierte Staub/Kratzerentfernung nicht benutzen.

Mit chromogenen sw-Filmen wie dem XP2 oder dem Kodak BW-400CN geht die Kratzerentfernung aber wieder. Wobei ich hier ausdrücklich vom XP2 abraten möchte. Der Kodak ist erstens nicht nur billiger, sondern laßt sich auch erheblich einfacher scannen, da er im Gegensatz zum Ilford die bei Farbnegativfilmen übliche Orangemaske besitzt. Der Ilford wurde für Leute entwickelt, die zwar Abzüge machen wollen, aber nicht selbst entwickeln.

Scannen würde ich immer selbst, da habe ich in den Großlabors bisher selten gute Ergebnisse bekommen. Papierabzüge sind auch ein Problem, da die Filme zwar codiert sind, aber die Maschinen scheinbar deren Codierung nicht korrekt auswerten, selbst beim Kodak gibts Abzüge mit Farbstich, beim Ilford ist das fast immer so weil die Maschinen eine Maske ausfiltern wollen die nicht da ist.

Zitat:

- Tips für SW-Workflow mit Software

Da empfehle ich das Buch sw Digital von Merz und sie c't Sonderhefte Digitale Fotografie, das gerade Aktuelle zB hat einige Seiten dazu inclusive brauchbarer Aktionen für Photoshop, die auch mit älteren Versionen gehen.

Die ideale Software für digitalen sw-Workflow scheint wohl Lightzone (www.lightcrafts.com) zu sein, gerade für Fans des Zonensystems, denn das ist dort recht gut umgesetzt.

Zitat:

- Drucker & Papier für den Heimgebrauch.

Da muß ich passen, da ich sw noch bzw zum Großteil analog verarbeite. Es gibt aber schon länger pigmentierte sw-Tinten für verschiedene Druckermodelle, und Epson hat da momentan recht edles im Programm, extra für Fineart-Printing.

Zitat:

Ich spiele immer mal wieder mit dem Gedanken, aber da mir bisher noch niemand einen funktionierenden und effizienten SW-Workflow gezeigt hat, scheue ich ehrlich gesagt die Investition, weil ich nicht mehr die Zeit habe, mein eigenes Versuchskaninchen zu sein. Wenn ich sehe, wie schnell ich in meinem Labor (während des Studiums hatte ich viel Zeit, Versuchskaninchen zu spielen ...) von einem guten Negativ einen guten Abzug (nicht "FineArt" auf Baryt, aber durchaus vernünftig auf PE-Papier) bekomme, dann grausts mir eigentlich vor der Einarbeitungszeit, um das in ähnlicher Qualität und ähnlichem Zeitaufwand digital hinzubekommen.

ich verstehs nur zu gut, ich finde es auch einfacher in der Duka die Finger in den Strahlengang zu halten als mich mit mit fitzeligen Auswahlkanten am Rechner rumzuplagen.

Das aktuelle c't-Sonderheft hat da aber wirklich eine feine Artikelserie drin, und Thomas Saur ist jemand der weiß was er tut, seine Aktionen sind sehr tauglich.

ciao,
gromit

Da haben Sie mir

Bild von Max Rheub
Eingetragen von
Max Rheub
(Inventar)
am Freitag, 07. März 2008 - 14:28

aber ganz schön was zum lesen gegeben.
Danke!

Keine Bastelstube, sondern Fortschritt

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 12. Juni 2008 - 18:01

Dieser Beitrag erweckt meinen Widerspruch.

Zitat:

Wir wollen ja Fotografen bleiben und keine Software-Ingenieure werden.

Wie? Was waren Fotografen denn früher? Ingenieure! Vom Anfang an Ingenieure! Gut, keine Software-Ingenieure, die gab es damals noch nicht. Dafür kannten sie sich umso besser mit der Chemie aus. Filme entwickeln, Abzüge erstellen, das war und ist angewandte Chemie, Ingenieurstechnik. Hatte nicht jeder Fotograf seine eigenen Rezepte, wie man die besten Ergebnisse aus den Filmen und den Fotopapieren heraus kitzeln kann? Abwedeln und nachbelichten,, ist das keine angewandte Physik und Chemie? Anselm Adams Zonensystem, ist das nicht Ingenieurstechnik vom Feinsten?

Zitat:

Die meisten Fotos seien heute nachbearbeitet

Und früher? Auch damals verwandten die Fotografen alle Tricks, die sie kannten. Das begann mit der Wahl des geeignetsten Films und des richtigen Farbfilters. Heute filtern wir digital. Früher wurde die Gradation über das Fotopapier bestimmt, heute verwenden wir Gradationskurven. Auch abwedeln und nachbelichten sind heute digitale Funktionen. Das Bild entzerren, den Ausschnitt bestimmen, gab es früher und gibt es heute. Früher hieß es Scheimpflug, heute heißt es Photoshop.

Nachbearbeitet, retuschiert wurde auch früher. Das ist keine Erfindung der digitalen Fotografie. Gut, die Möglichkeiten sind heute vielfältiger als vor 50 Jahren. Na und! Vor fünfzig Jahren waren sie auch vielfältiger als vor 100 Jahren. Die technische Entwicklung schritt auch damals stetig voran. Warum sollte sie jetzt stehen bleiben? Vor 100 Jahren wurde alle Möglichkeiten genutzt, die es gab. Vor 50 Jahren wurde alle Möglichkeiten genutzt, die es gab. Aber jetzt sollen wir uns zurück halten?

Ich habe den Eindruck, dass manche mit der Entwicklung nicht mehr Schritt halten können/wollen. Statt aber ehrlich zu sagen „halt, halt, helft mir, ich komme nicht mehr nach“, versuchen sie, die Anderen mit Sprüchen wie „das wollen wir ja nicht“ oder „das ist nur Sucht“ am Voranschreiten zu hindern.

Meine analoge Spiegelreflex-Kamera steht in der Vitrine. Ich fotografiere nur noch digital. Ich konnte nicht alles Analoge zur Digitaltechnik mitnehmen, einiges musste ich zurück lassen. Aber die neue Technik bietet so viele neuen Möglichkeiten, das die Verluste mehr als ausgeglichen werden.

Früher hieß es Scheimpflug, heute heißt es Photoshop.

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 03. November 2009 - 00:35

Früher hieß es Scheimpflug, heute heißt es Photoshop.

Der Beitrag liegt zwar schon eine ganze Zeit zurück, doch dieser Schwachsinn sollte nicht ohne Widerspruch veröffentlich sein. Die Schärfenverlagerung nach Scheimpflug läßt sich eben im Photoshop nicht so umsetzen wie das Verlagern der Schärfe mittels einer Großformatkamera durch Schwenken der Front- oder Rückstandarte. Ich betreibe die Fotografie seit über 20 Jahren professionell, seit einigen Jahren auch digital, und kann daher einigermaßen beurteilen was so mancher Hobbyschwätzer-Fotograf mit seiner meist auf KB beschränkten Erfahrung so von sich gibt. Am Endprodukt Bild ging aber schon früher die Meinung auseinander. Das wird heute nicht anders sein, digital oder analog, die Kritikfähigkeit bzl. des eigenen Bildes läßt meist sehr zu wünschen übrig. Die Fotoclubs können da ein Lied davon singen.

Früher hieß es Scheimpflug, morgen heißt es Photoshop.

Eingetragen von
ROG
(Liebhaber)
am Montag, 16. November 2009 - 23:18

Es ist richtig, daß Photoshop aktuell nicht in der Lage ist den Scheimpflug Effekt nachzubilden. Die Helicon Software für "focus stacking" ist aber schon der erste Schritt in diese Richtung. Noch ein paar Jahre Weiterentwicklung der Software plus "focus bracketing" Funktion der Kamera, und die Hürde Scheimpflug ist auch genommen.
Abgesehen von der vermutlichen Verwechselung von Scheimpflug mit Perspektivischer Verzerrung (tilt & shift) kann ich dem Beitrag des Vor-Kommentators nur zustimmen. Kein Grund, ihn als Hobbyschwätzer-Fotograf abzuwerten. Der Rest Ihres Beitrags hat weder mit der Fragestellung von "hp5" zu tun (die weitaus mehr Ungereimtheiten enthält) noch mit dem Beitrag, den Sie kritisieren. Liest sich für mich vielmehr als ob hier jemand frustriert darüber ist, daß diese Hobby KB-Fotografen Ihre Erfahrung von über 20 professionellen Jahren nicht angemessen zu würdigen wissen.
ROG

Die Zeiten ändern sich .....

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 07. November 2009 - 13:21

Es ist immer dasselbe: Leute gibt's, die träumen von der Vergangenheit, wie es halt die Großväter gemacht haben und wie sie es als 20-Jährige selbst auch gemacht haben. So war es und so soll es bleiben.

Aber: war nicht auch die Wahl der Papiergradation, Abwedeln und Nachbelichten eine Veränderung des jungfräulichen Bildes, das so jungfräulich schon deshalb nicht war, weil das Negativ durch die Filmwahl, durch Filterung etc. vielfältig beeinflusst wurde? Bloß hat man damals - so wie ich - im Badezimmer vor sich hingepantscht und heute sitzt man vor dem PC und ändert das Bild auf dem Monitor mit ein paar Mausklicks.

Ich will die Gegenwart nicht mehr zurückdrehen in die Vergangenheit, sondern einfach nützen, was die Technik HEUTE bietet. Alles andere ist Sehnsucht nach dem Biedermeier.

Silver Efex Pro

Eingetragen von
Gast
am Montag, 09. November 2009 - 21:52

Wundert mich, das hier noch niemand Silver Efex Pro zur SW Bearbeitung genannt hat. Ich nutze es als Plugin in PS CS4 (funktioniert aber auch in Lightroom), zur SW Bearbeitung für mich das ultimative Tool (und ich habe schon diverse Tools sowie Photoshop und Lightroom standalone ausprobiert). Links:

http://www.niksoftware.com/silverefexpro/de/entry.php
http://www.photographyblog.com/reviews_nik_silver_efex_pro.php
http://www.northlight-images.co.uk/reviews/plugins/silver_efex.html
http://www.craigwolf.com/news/2008/07/nik-silver-efex-pro-review.html

Guter Tipp!

Bild von Gast
Eingetragen von
Gast
(Neuankömmling)
am Mittwoch, 18. November 2009 - 12:07

Das sieht wirklich sehr brauchbar aus! Ich werde mir mal die Demo anschauen - aber der Kaufpreis ist ganz schön happig!!

-DL

digitaler s/w Workflow

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 13. November 2009 - 21:45

eine interessante und meiner Meinung nach sehr gute Beschreibung findet sich hier:

http://www.sw-digital.de/dswf.html

Mit freundlichen Grüßen,
Timo Schwaninger

256 Graustufen ... Das sollte reichen

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 17. November 2009 - 10:30

Weit gefehlt! Bei einem sw-Verlauf mit 256 Graustufen sind deutlich Stufen zu erkennen. Wenn dann noch in den Schatten die Tonwerte ein wenig gespreizt werden, gibts sofort häßliche Tonwertabrisse und somit fleckige Übergänge.

Ich behaupte mal pauschal, dass die heutigen (digitalen) sw-Abzüge aus dem Großlabor auch nicht besser oder schlechter sind, als zu analogen Zeiten. Wenn man mehr will, muss man -heute, wie früher- Zeit und Schweiß investieren. Nur ist das heute angenhmer und ungiftiger.

-DL

Auch Weit gefehlt! ;)

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 26. November 2009 - 10:44
Gast schrieb:

Weit gefehlt! Bei einem sw-Verlauf mit 256 Graustufen sind deutlich Stufen zu erkennen. Wenn dann noch in den Schatten die Tonwerte ein wenig gespreizt werden, gibts sofort häßliche Tonwertabrisse und somit fleckige Übergänge.

Naja, das stimmt schon, daß ein Verlauf mit 256 Stufen unserem Auge ohne Abrisse erscheint. Ihr Monitor und auch jeder Drucker arbeitet mit 8bit, was diesen 256 Stufen entspricht. Wenn Sie da Abrisse sehen, dann sind es eben weniger als 256. Ihr nachfolgender Satz ist agegen umso richtiger: In der Bildbearbeitung (!) benötigen Sie zwingend mehr als diese 8 bit - weil jede (Tonwert)Korrektur des Bildes die Tonwerte reduziert. Bei einem 16bit-Bild stehen für die Bearbeitung theoretisch 65536 Stufen zur Verfügung. Bei der anschließenden Ausgabe/Konvertierung mit/auf 8 bit erhalten Sie dann das volle Spektrum von 256 Stufen, selbst wenn bei der Bearbeitung die Hälfte verloren gegangen ist.

s.

Nein, nein und nein...

Bild von Gast
Eingetragen von
Gast
(Neuankömmling)
am Samstag, 28. November 2009 - 11:19
Gast schrieb:

Naja, das stimmt schon, daß ein Verlauf mit 256 Stufen unserem Auge ohne Abrisse erscheint.

Das kann man so wohl kaum sagen. Natürlich ist es keine Kunst, einen Verlauf zu erzeugen, der bei 256 Stufen glatt aussieht - das hängt ja nur davon ab, wie "dunkel" das Weiß und wie "hell" das Schwarz ist. Aber das Auge kann mehr als 256 Stufen zwischen hell und dunkel wahrnehmen.

Gast schrieb:

Ihr Monitor und auch jeder Drucker arbeitet mit 8bit

1. Ja, aber nur zufällig - also eigentlich nein ;-)
2. Nein.
Mein Monitor "arbeitet mit 8 Bit" - ich sitze ja auch vor einem Notebook. Aber hochwertige Monitore für die Druckvorstufe arbeiten intern schon lange mit 10- und 12-bittigen LUTs, und mit dem DisplayPort steht jetzt ja auch ein 10-bit breiter Datenbus zur Verfügung. Und auch hochwertige Foto-Drucker können schon lange mehr, als nur 8 Bit.

-DL