Die Fotografie kann nie erwachsen werden, wenn sie andere Medien imitiert. Sie muss selbständig sein; muss sie selbst sein.

— Berenice Abbott

Kodak stürzt im zweiten Halbjahr 2008 ab

Der Geschäftsbericht für das Jahr 2008 des amerikanischen Fotokonzern Eastman Kodak stürzt das Unternehmen in eine neue Krise. Die Hoffnung auf erste lang anhaltende Ergebnisse der angestrebten Sanierung sind damit passé:

Die Kodak-Quartalszahlen im Jahr 2008 gaben bis zum 3. Quartal Anlass zur Hoffnung, dass Kodak sich auf dem richtigen Weg in der Sanierungsphase befindet. Doch das 4. Quartal ließ Kodak abstürzen, ein Verlust ist die unausweichliche Folge. Kodak weist im vorgelegten Geschäftsbericht (PDF-Datei) für das 4. Quartal 2008 (Oktober bis Dezember 2008) einen operativen Verlust in Höhe von 133 Mio. US-Dollar (ca. 103,8 Mio. €) aus. Dies entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahresquartal von -245%. Der Nachfragerückgang schlägt sich in einem Umsatzrückgang von 24 % nieder. Vor allem die Sparte „Consumer Digital Imaging Group“ (enthält die Digitalkameras), die bislang in 2008 ein Wachstum verzeichnen konnte, stürzt im vierten Quartal völlig ab und weist einen Verlust in Höhe von 40 Mio. US-Dollar ( ca. 31,2 Mio. €) und einen Umsatzrückgang um 23 % auf. Doch die Wirtschaftskrise schlägt sich auch im traditionellen Fotogeschäft mit sinkenden Umsätzen nieder.

Da Kodak im ersten Halbjahr 2008 noch ein deutliches Plus verzeichnen konnte, kann das Unternehmen für das gesamte Geschäftsjahr noch einen operativen Gewinn in Höhe von 54 Mio. US-Dollar ( ca. 42 Mio. €) verzeichnen. Damit wurde die ursprüngliche Prognose weit verfehlt. So wird Antonio M. Perez, CEO von Kodak, mit den Worten zitiert: „Das zweite Halbjahr 2008 geht als eine der schwierigsten Zeiten der vergangenen Jahrzehnte in die Geschichte ein“.

Kodak wird weitere Anstrengungen zur Unternehmenssanierung in Form von Kosteneinsparungen vornehmen. So plant das Unternehmen 14-18 % seiner weltweiten Belegschaft, das sind 3.500 bis 4.500 Stellen, abzubauen. Hiervon soll auch die Management-Ebene betroffen sein. Zwar werden die Restrukturierungskosten das Unternehmen erst belasten, jedoch rechnet Kodak langfristig mit Einsparungen in Millionenhöhe. Es wird außerdem keine Gehaltserhöhungen im neuen Geschäftsjahr geben. Siehe dazu auch: Kodak reagiert auf Nachfragerückgang; streicht Stellen.

Eine genaue Prognose hinsichtlich Geschäftserwartung und Gewinn für das Jahr 2009 will Kodak nach einem jährlichen Stratgie-Meeting Anfang Februar bekannt geben.

(agün)