Obwohl viele Maler und Bildhauer leichtfertig über das „Machen von Fotos“ reden, wird man feststellen, dass nur sehr wenige jemals ein fotografisches Werk zustande bringen; ihnen fehlt die Kunstfertigkeit, das technische Wissen, und, vor allem, die Praxis.

— Ralph Waldo Emerson

Am 20.4.

  • 1951: Erste internationale photokina wird eröffnet (6. Mai 1950: 1. photokina - aber nur westdeutsche Hersteller)

JPEG/libjpeg v9.1

Logo JPEG 9Mit dem Update auf Version 9.1 unterstützt die Softwarebibliothek „libjpeg“ Farbräume mit größerem Farbumfang sowie erweiterte Farbtiefen:

Pressemitteilung des Instituts für Angewandte Informatik e.V.:

Fortschritte in der Bildkomprimierung:
- JPEG 9.1 mit erweitertem Farbbereich ab sofort für professionelle Anwender weltweit verfügbar
- Institut für Angewandte Informatik veröffentlicht neueste Version der JPEG-Bibliothek


Leipzig, 20. Januar 2014 - Die Independent JPEG Group (IJG) am Leipziger Institut für Angewandte Informatik (InfAI, www.infai.org) hat ein Update der Softwarebibliothek „libjpeg“ veröffentlicht. Im Zuge der kontinuierlichen Weiterentwicklung werden mit dem Update auf Version 9.1 erstmals Farbräume mit größerem Farbumfang sowie erweiterten Farbtiefen unterstützt. Endnutzern wie professionellen Anwendern eröffnen sich damit weit anspruchsvollere Anwendungsbereiche, so etwa für die Druckausgabe, moderne digitale Farbdisplays oder Projektoren.

Die Software ist die Basis zur Verarbeitung von Bildern im JPEG-Format und wird weltweit in unzähligen Anwendungen etwa von Softwareherstellern oder in der Fotoindustrie unter kostenfreier Lizenz verwendet. Für Hersteller von Geräten wie Mobiltelefonen, Smartphones und Fotokameras dient die Software als Referenz zur kompatiblen Umsetzung in Hardwarekomponenten.

Die JPEG Version 9.1 der Softwarebibliothek „libjpeg“ realisiert erstmals die Unterstützung von größeren Farbräumen (Wide Gamut Color). Im Vergleich zu anderen bisher verfügbaren Verfahren wie etwa Adobe RGB ist JPEG 9.1 besser mit den herkömmlichen Farbräumen kompatibel und daher auch abseits von komplizierten Farbmanagementsystemen einfacher einsetzbar. Der erweiterte Farbumfang lässt sich dabei teilweise schon mit der normalen 8-Bit-Farbtiefe in der herkömmlichen Implementierung des Codecs in den vorhandenen Anwendungen nutzen. Für höhere Ansprüche wurde der unterstützte Farbtiefenbereich auf alle Werte von 8 bis 12 erweitert, wobei sich die höheren Farbtiefen derzeit nur für Spezialanwendungen nutzen lassen. Eine weitreichende Nutzung höherer Farbtiefen für normale Anwendungen erfordert einen größeren Implementierungsaufwand. Er ist bei Bedarf für zukünftige Versionen vorgesehen.

Mit den Erweiterungen im Bereich der Farbraumverarbeitung sowie weiteren Verbesserungen der Datenverarbeitung im Kernbereich des Codecs (Kosinustransformation) stellt die neue Version 9.1 auch erstmals eine vollständige Referenz auf Quellbasis für einen JPEG Codec dar.

Die erste Version der Software wurde vor 23 Jahren (1991) zusammen mit der Einführung des JPEG-Standards vorgestellt. Die Softwarebibliothek „libjpeg“ (http://en.wikipedia.org/wiki/Libjpeg) wird seitdem als Grundlage zur Verarbeitung von Bildern im JPEG-Format in unzähligen Applikationen verwendet. Die neue am InfAI entwickelte Version JPEG/libjpeg 9.1 rundet eine Gruppe von Format- und Funktions-Erweiterungen ab, die in den Jahren zuvor schrittweise eingeführt wurden. Neu hinzugekommen sind Funktionen zur verbesserten Komprimierung (arithmetische Kodierung), vielfältig nutzbare neue Skalierungsfunktionen („SmartScale“), sowie Optionen zur völlig verlustfreien Komprimierung.

Für zukünftige Versionen sind unter anderem Erweiterungen geplant, welche die Unterstützung von Anwendungen in den Bereichen „High Dynamic Range“ (HDR) Bildverarbeitung sowie „Augmented Reality“ ermöglichen.
 
 
Über das InfAI:
Das Institut für Angewandte Informatik e.V. fördert als An-Institut der Universität Leipzig Wissenschaft und Forschung auf den Gebieten der Informatik und Wirtschaftsinformatik. Derzeit forschen dort 50 Mitarbeiter. Die Independent JPEG Group (http://infai.org/jpeg/) ist am InfAI angesiedelt und profitiert von dessen Know-how. Das InfAI verfügt über ein exzellentes Netzwerk und realisierte seit der Gründung 2006 zahlreiche Forschungs- und Industrieprojekte.

 

(thoMas)
 

Die entscheidende Frage ist doch

Eingetragen von
Gast
am Montag, 20. Januar 2014 - 22:54

Welcher Hersteller, welche Kamera unterstützt das überhaupt?

Verwendung als Archivierungs-Format

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 21. Januar 2014 - 12:36

Die Unterstützung durch die Kamera ist zweitrangig. Ich finde es als verlustfreies Archivierungs-Format mit Komprimierung interessant. In der Kamera kommt RAW zum Einsatz, dann Entwickeln am Rechner und Archivieren als JPEG 9.

Ok

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 21. Januar 2014 - 14:13

Und welcher Hersteller, welches Programm unterstützt das, bzw. wo ist das dann auch problemlos lesbar?

mir kommt es so vor,

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 21. Januar 2014 - 15:59

wie damals das JP2000, wunderbarer Ansatz,funktionierte im Photoshop sehr gut, nur niemand verwendete es.Also ging es langsam unter

Ist ja wunderbar

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 21. Januar 2014 - 18:49
Gast schrieb:

wie damals das JP2000, wunderbarer Ansatz,funktionierte im Photoshop sehr gut, nur niemand verwendete es.Also ging es langsam unter

wenn es im Photoshop - als jetzt in der Cloud - gut funktioniert. Aber wenn's sonst nirgendwo funktioniert, nicht unterstützt wird, geht's halt unter.

Braucht Zeit, geht NICHT unter

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 21. Januar 2014 - 19:58

Das braucht Zeit bis es in die Anwendungen fließt, und es gibt einige Widerstände zu überwinden.
Aber untergehen wird es sicher nicht, denn hier handelt es sich um die Weiterentwicklung des echten JPEG, und nicht einer Täuschung wie das sogenannte "JPEG 2000", das mit dem originalen JPEG gar nichts zu tun hat.
Also solange es echtes JPEG gibt, wird auch die libjpeg nicht untergehen.

Steht doch da:

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 21. Januar 2014 - 21:09
Zitat:

Die erste Version der Software wurde vor 23 Jahren (1991) zusammen mit der Einführung des JPEG-Standards vorgestellt. Die Softwarebibliothek „libjpeg“ (http://en.wikipedia.org/wiki/Libjpeg) wird seitdem als Grundlage zur Verarbeitung von Bildern im JPEG-Format in unzähligen Applikationen verwendet.

Musst nur lesen können: "in unzähligen Applikationen".

(Oder verstehst du das Wort "Library"/"Bibliothek" nicht? Eine Library ist eine Sammlung von Unterprogrammen, die von anderen Programmen aufgerufen werden. Man hat ja schließlich keinen Bock, das Rad mit jeder neu Anwendung neu zu erfinden, bzw. neu zu programmieren. Das ist auch der Grund, warum alle Programme auf Deinem Rechner sehr sehr ähnlich aussehen: Sie verwenden dieselben Programmbibliotheken. Genauso wie die libjpeg. Sie ist praktisch auf jedem Rechner/Betriebssystem installiert und wird von praktisch jedem Programm, dass Du startest, um JPEGs anzuzeigen, verwendet. Da setzt sich niemand hin und liest erst mal ein Buch, wie man JPEGs öffnet und fängt dann klein-klein an zu programmieren und Fehler zu suchen. Stattdessen sagt man einfach nur dem Betriebssystem, dass man die libjpeg verwenden möchte und dann ruft man nur noch die Funktion auf, die die Bilddatei öffnet und unkomprimiert in den Speicher ablegt.)

Dürfte vergriffen sein

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 22. Januar 2014 - 11:15

in der Bibliothek: Da is weit und breit kein Jpeg 9 auch nur irgendwo in den virtuellen Tiefen meiner Betriebssysteme oder Programme verborgen ...

Oder ist das eine Bibliothek wie im 'Im Namen der Rose', wo die Schätze verborgen bleiben sollen, um sie vor unbfugtem Zugriff zu schützen?

Verborgene Schätze für die Unachtsamen

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 22. Januar 2014 - 12:29

Naja, es ist leider nicht ganz so einfach.
Im Prinzip hat der Vorredner schon Recht, dass eben viele Programme bei der JPEG-Verarbeitung auf die libjpeg Bibliothek aufbauen, allerdings noch in älteren Versionen. Es hapert also bei dem Update der Softwareentwickler.
Direkt verfügbar ist die libjpeg in der Regel auf Unix/Linux-Betriebssystemen. Bei Windows oder Mac kommen andere Programmierschnittstellen zum Einsatz, die zwar intern auch auf der libjpeg aufbauen, aber eben über viele Jahre nicht aktualisiert wurden.

Und Euer Photoshop verwendet als prominente Ausnahme eine eigene JPEG-Implementierung, die weitgehend unabhängig von libjpeg ist und feature-mäßig über die Jahre auch nicht aktualisiert wurde. Deshalb definiert sich libjpeg nun als Referenz, da es ja quelloffen ist, und die Entwickler der Photoshop-JPEG-Implementierung haben somit die Möglichkeit ihren Code entsprechend aufzuwerten wenn Ihnen an der Weiterentwicklung gelegen ist. Das mag auch davon abhängen inwieweit die Anwender in der Lage sind ihre Wünsche gegenüber den Andwendungsentwicklern zu äußern und einzufordern. Die "Industrie" hat manchmal ihre eigenen Interessen, da muss man denen ein bisschen auf die Finger klopfen.

Um es kurz zu sagen,

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 24. Januar 2014 - 19:18

die libjpeg wir als Modul bei PH auftauchen, das man nachrüsten kann. Die muss man dann in den richtigen Erweiterungsordner rein schmeißen, dann ruft PH das Tool auf.

In allen Programmen anderer Bauart muss das vom Hersteller als Update eingebaut werden und das kann bekanntlich etwas dauern. Bei den Kameras wird sich das nicht so schnell durchsetzen, würde ich mal sagen, weil da die Firmware umgeschrieben werden muss. Wobei das erst dann richtig Sinn macht, wenn man diesen proprietären Krempel genannt RAW dann gleich aufs Altenteil schicken kann und bestenfalls das DNG als digitales Negativ für die Archivierung belässt, wenn man unbedingt ein solches Format haben will.

Noch kürzer gesagt

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 25. Januar 2014 - 12:53

Das kann dauern ...

Wer selber programmiert ...

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 25. Januar 2014 - 18:23

... kann nun jedenfalls loslegen.
Irgendwie muss ein Anfang gemacht werden.
Und die libjpeg beinhaltet den vollständigen JPEG Support, man braucht also nur die eine Version um JPEG zu unterstützen.